Was sind die theoretischen Grundlagen der Behandlung?

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zielt darauf ab, unbewusste Motive aktueller Konflikte zu verstehen, um Veränderungen im Erleben zu bewirken.

Die Tiefenpsychologie geht davon aus, dass unser sichtbares Verhalten oft nur die „Spitze des Eisbergs“ ist. Die eigentlichen Ursachen für Konflikte, liegen unter der Wasseroberfläche, im "Unbewussten".

Das Unbewusste: Hier schlummern verdrängte Kindheitserlebnisse, Wünsche und archaische Impulse. Aber auch traumatische Erfahrungen im Erwachsenenalter können ins Unbewusste abgedrängt sein.

Das Symptom: Gilt in der Tiefenpsychologie nicht als „Fehler“, sondern als (unbewusster) Lösungsversuch für einen inneren Konflikt.

Tiefenpsychologische Techniken:
Exploration: Das aktive Nachfragen und Ausleuchten von Lebensbereichen. Der Therapeut hilft dem Patienten, Situationen so detailliert wie möglich zu beschreiben, um blinde Flecken zu finden.
Klarifizieren (Klären): Das Ordnen des Materials. Der Therapeut fasst zusammen, spiegelt Gefühle oder fragt nach: „Habe ich Sie richtig verstanden, dass die Wut erst kam, als Ihr Chef Sie ignoriert hat?“ Dies schafft Ordnung im emotionalen Chaos.
Konfrontieren: Der Therapeut weist auf Widersprüche, Auslassungen oder Abwehrmechanismen hin.
Deuten: Dies ist das „Königs-Werkzeug“. Hier wird eine Verbindung zwischen dem aktuellen Erleben und unbewussten Konflikten oder Kindheitserfahrungen hergestellt. Eine Deutung ist immer ein Angebot („Könnte es sein, dass...“).
Fokussieren: Da die Tiefenpsychologie (im Gegensatz zur Psychoanalyse) zeitlich begrenzter ist, muss der Therapeut das Gespräch immer wieder auf den zentralen Konflikt (den „Fokus“) zurücklenken, damit man sich nicht in Nebensächlichkeiten verliert.

Die Tiefenpsychologie hat ihren Ursprung in der Theorie von Sigmund Freud. So wie das Smartphone nicht denkbar ist ohne Schnurtelefone, die Technik sich aber entwickelt hat, so erweiterte sich die Tiefenpsychologie aus einer reinen Triebtheorie in ein differenziertes System. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und therapeutische Erfahrungen sind aufgenommen worden und haben die Behandlungsrealität verändert.
Viele verschiedene tiefenpsychologische Therapieschulen lassen das Feld für Laien unübersichtlich erscheinen, geben aber Fachleuten Gelegenheit, verschiedene Perspektiven zu bedenken und kreativ damit umzugehen.

Auf dem Boden des tiefenpsychologischen Verständnisses der Problematik des/r PatientIn werden in der Praxis auch z. B. übende Verfahren, Imaginationen, Mindfulness-basierte Übungen oder Traumatechniken wie EMDR eingesetzt.